Graf János Kázmér Esterházy de Galántha (1775 - 1829)

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Kurzbiographie

Graf János Kázmér Esterházy de Galántha (1774 - 1829)

Graf János Kázmér Esterházy de Galántha wurde am 11. Februar 1774 in Bratislava geboren.

Er war Leutnant im Regiment Nassau und zeichnete sich bei Wetzlar aus. Er wurde bei Friedberg und Osterach schwer verwundet, so dass er nach dem Frieden von Luneville eine Zeit lang den Militärdienst quittieren mußte.

1809 war er aber wieder Soldat und zeichnete sich als Oberst nach der Franzosenschlacht bei Győr (Raab) besonders aus. Er wurde bei diesem Anlaß Ritter des Maria-Theresien Ordens.

Er war Kämmerer und stiftete für die Ludovica-Militärakademie 4000 Gulden.

Er war mit Mária Jozefa Esterházy de Galántha verheiratet und hatte gemeinsam mit ihr zwei Kinder: Kázmér Miklós und Franziska

Er starb in Karlsbad am 17. August 1829 und wurde in Ganna beigesetzt.

Quelle

Der Militär-maria-theresien-orden und seine Mitglieder: Nach authentischen Quellen bearbeitet
Seite 1019-1020
Von Jaromir Hirtenfeld
Aus der kaiserlich-königlichen Hof- und Staatsdruckerei, 1857

ESZTERHÁZY von Galántha, Johann Nepomuk Graf, Oberst in der ungarischen Insurrection, geboren den 11. Februar 1774, hatte die militärische Laufbahn im 19. Lebensjahre begonnen, die Feldzüge bis zum Luneviller Frieden mit grosser Auszeichnung mitgefochten und vier Blessuren davongetragen. Der Graf hatte sich namentlich als Lieutenant des vormaligen Kürassier -Regiments Nassau im Treffen bei Wetzlar hervorgethan, wo er mit 40 Kürassieren durch die Lahn setzte, dem Feinde in die rechte Flanke fiel und mehrere Gefangene einbrachte; bei Friedberg, dann bei Osterach wurde er wiederholt schwer verwundet und musste als Invalide die activen Dienste verlassen.

Diese physischen Gebrechen vermochten aber nicht seinen Patriotismus erkalten zu lassen; er errichtete sowohl im Jahre 1805 wie im Jahre 1809 Insurrections- Truppen und commandirte im letzteren Kriege als Oberst das Pressburger Husaren- Regiment, welches eines der ersten ins Feuer kam. Nach der Schlacht bei Raab waren 5 Kanonen und 3 Haubitzen mit Bespannung und Munition des aus Raab im Rücken des Feindes sich zurückziehenden abgeschnittenen Corps unter General- Major von Mesko auf der Höhe von Kis-Szel bei der Avantgarde unter Eszterházy's Befehl aufgestellt; der General Mesko befand sich bei der Arrièregarde, um das schon heftig engagirte Gefecht zu leiten , als plötzlich die Artillerie von mehreren Hundert Chasseurs und einem Infanterie-Bataillon angefallen und die Bedeckung geworfen wurde. Der Feind drang gegen die Geschütze so schnell vor, dass er nur mit einigen Kartätschenlagen empfangen werden konnte. In diesem Momente warf sich Eszterházy mit einer Husaren-Division seines Regiments den Franzosen, ohne Rücksicht auf ihre Stärke, mit solchem Ungestüm entgegen, dass die Chasseurs sogleich gesprengt, die Infanterie zusammengehauen, 12 Officiere und 200 Mann gefangen und viele Bagage und 2000 Paar Schuhe erbeutet wurden. Diese durch Geistesgegenwart, Tapferkeit und kluge Beurtheilung ausgeführte glänzende Attaque rettete nicht allein unsere Artillerie vor augenscheinlicher Gefahr, sie verhinderte auch jede weitere Alar- mirung und Unordnung in der Arrièregarde und befreite überdies 36 Officiere und bei 400 Mann der Infanterie-Regimenter St. Julien, Eszterházy und Stras- soldo, dann der steierischen Landwehr, die in der Schlacht von Raab in des Feindes Hände gerathen waren. Das Capitel vom Jahre 1810 erkannte dem Grafen das Ritterkreuz zu, der bis an sein den 17. August 1829 zu Karlsbad erfolgtes Ableben eine unerschütterliche Anhänglichkeit an den Stand, dem er früher angehört hatte, in so hohem Grade bewahrte, dass er beispielsweise bei Märschen von Truppen durch seine Besitzungen die grössten Opfer freudig brachte und für deren Unterbringung auf das Beste sorgen liess.

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