Neudörfl

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Geschichte

Kastell Hofleithamühl

Der Beginn der Dorfsiedlung Neudörfl fällt in das Jahr 1644, als der Forchtensteiner Hofrichter des Grafen Nikolaus Esterházy in Abwesenheit seines Herrn einen neuen Dorfflecken zu erbauen begonnen hatte. Das neue Dorf kam der Stadt aus vielen Gründen ungelegen: Man fürchtete die Errichtung einer ungarischen Festung auf diesen Grundstücken, weiters würden die umligeneden Siedlungen wirtschaftliche Einbußen erleiden, und außerdem schienen die ungarischen Weingartenbesitzungen der Wiener Neustädter gefährdet. Nach dem Tod des Nikolaus Esterházy 1645 setzte sein Sohn Ladislaus den Dorfbau fort; wiederum wurde die Beseitigung des Dorfes durch eine Beschwerde gefordert, die jedoch erfolglos blieb. Erst als sich Esterházy anschickte, 1650 direkt gegenüber der Stadt an der Leitha ein großes Mühlgebäude mit Brau- und Wirtshaus zu erbauen, mit der scheinbaren Absicht, es zu einem Kastell auszuweiten, nahm sich die Regierung nach einer weiteren Beschwerde der Satdtgemeinde der Angelegenheit an.

Erhebung zum Markt

1652 wurde Neudörfl ("Szent Miklos oder St. Nicola") zum Markt erhoben, wodurch der städtische Handel beeinträchtigt wurde. Ladislaus Esterházys Nachfolger, sein Bruder Paul, zerstreute die Bedenken von Wiener Neustadt und stellte das gute nachbarschaftliche Verhältnis wieder her; der Preis dafür war der stillschweigende Verzicht auf das Marktrecht für Neudörfl. In der Folgezeit wuchs die Dorfgemeinde rasch an.

1719 wurden die Dörfer Pöttsching und Neudörfl samt der Leithamühle verpfändet. Diese zeitweilige Loslösung der Orte aus dem Verband der Grafschaft Forchtenstein kann als Beginn der selbständigen Herrschaft Pöttsching-Neudörfl-Leithamühl betrachtet werden, da diese Besitzungen seit 1719 eine eigene Verwaltungseinheit bildeten. Daraus entwickelte sich später die Herrschaft Pöttsching.

Aus einer Steuerkonskription des Jahres 1755 ist zu ersehen, daß die Siedlung gegenüber 1675 geschrumpft war; die Ursachen hierfür dürften Kriege, die allgemeine wirtschaftliche Stagnation sowie Unwetter, Feuer und Epidemien gewesen sein.

Die erste ungarische staatliche Volkszählung von 1787 weist Neudörfl wieder als wachsende Gemeinde aus, auch die nachfolgenden wirtschaftlichen Belastungen durch die Franzosenkriege und wiederum häufig auftretende Naturkatastrophen konnten das Anwachsen des Dorfes nicht verhindern. Viele Einwohner dürften bereits damals in der jungen Industrie des benachbarten Wiener Beckens Arbeit gefunden haben.

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