Liszt, Franz (1811 - 1886)

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Zusammenfassung

Franz Liszt (1847)

Der Adam Liszt, Vater von Franz Liszt, war seit dem 1. Januar 1798 als Wirtschaftspraktikant auf dem Herrschaftssitz Forchtenstein (ung. Fraknó) des Fürsten Esterházy angestellt. Er wurde am 6. Juni 1800 zum Verwaltungsschreiber in Kapuvá ernannt, doch reichte er bereits am 10. August 1800 ein Gesuch um eine Versetzung ein, da er die Tätigkeit in Kapuvár in Ermangelung von ausreichenden Kenntnissen der ungarischen Sprache nicht sinnvoll ausführen konnte. Er wurde im Dezember 1800 als Rentschreiber nach Forchtenstein zurückversetzt. Im Frühjahr 1805 erhielt er eine Stelle als Amtsschreiber in Eisenstadt (ung. Kismarton). Am 3. Oktober 1808 wurde Adam Liszt auf eigenen Wunsch zum Schäferei-Rechnungsführer in Raiding ernannt. Er war dort seit dem 11. Januar 1811 mit Maria Anna Lager verheiratet, die einer alt eingesessenen Familie aus Niederösterreich entstammte. Am 22. Oktober 1811 wurde Franz Liszt geboren.

Im September 1819 hatte der kleine Franz Liszt die Gelegenheit vor einigen Gästen im Schloss in Eisenstadt zu spielen.

Am 26. November 1820 fand im Palast des Grafen Michael Esterházy in Pressburg ein Konzert statt. In der „Städtischen Preßburger Zeitung“ vom 28. November 1820 hieß es darauf in einem Bericht:

Verflossenen Sonntag, am 26. dieses Monats, dieses in der Mittagsstunde, hatte der neunjährige Virtuose Franz Liszt, die Ehre, sich vor einer zahlreichen Versammlung des hiesigen hohen Adels und mehrerer Kunstfreunde, in der Wohnung des hochgeborenen Herrn Grafen Michael Eszterházy, auf dem Clavier zu produciren. Die außerordentliche Fertigkeit dieses Künstlers, so wie auch dessen schneller Überblick im Lösen der schwersten Stücke, indem er alles, was man ihm vorlegte, vom Blatt wegspielte, erregte allgemeine Bewunderung, und berechtigt zu den herrlichsten Erwartungen.

Als Ertrag des Konzerts erhielt Adam Liszt von einer Gruppe der anwesenden Adeligen die Zusage, für eine Dauer von sechs Jahren ein Stipendium von jährlich 6oo Gulden zu bezahlen, um dem talentierten Knaben ein Studium im Ausland zu ermöglichen.

Graf Kasimir Esterházy (1805–70) fungiert als Widmungsträger von Liszts 4. Ungarischer Rhapsodie. Brief an Graf Kasimir Esterházy im Jahre 1851:

Let me thank you very sincerely for your kind remembrance, dear friend, and let me also tell you how much I regret that my journey to Hohlstein cannot come to pass during your short stay there. ... Let me know by Lowy of Vienna where I shall address to you some pieces in print which you can look over at any leisure hour, and which I shall be delighted to offer you. I will add to them later the complete collection of my "Hungarian Rhapsodies," which will now form a volume of nearly two hundred pages, of which I shall prepare a second edition next winter. Hearty and affectionate remembrances from
Yours ever,

F. Liszt
Eilsen, June 6th, 1851

Anekdote

Legendär war sein Auftritt am 4. Jänner 1840 im Ungarischen Nationaltheater, anlässlich dessen ihm von den Magnaten ein Ehrensäbel überreicht wurde. Der Saal war über und über – mitten im Winter (!) – mit Blumen geschmückt und auf dem Podium stand ein vergoldeter Flügel. Beides muss ein Vermögen gekostet haben und war von Graf Casimir gesponsert worden.

Weblinks

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