Deutschkreutz

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Geschichte

Schloss Deutschkreutz

Im Jahre 1492 wurde in Deutschkreutz erstmals eine mittelalterliche Burg erwähnt. Sie gehörte bis 1535 der Familie Kanizsay.

Durch Heirat kam der Besitz an die Familie Nadasdy. Thomas Nadasdy ließ die Burg 1560 zu einem Renaissanceschloss umbauen. Dazu holte er sich Baumeister aus Italien. 1597 wurde in den Schriften das Castrum Keresztur (=Schloss Deutschkreutz) erwähnt. Der junge, protestantisch erzogene Paul Nadasdy schloss sich einem Aufstand gegen den Kaiser an. Dies hatte zur Folge, dass kaisertreue katholische Untertanen sein Schloss arg beschädigten. Er ließ das Schloss 1625 in die jetzige Form umbauen, die Kapelle kam erst bis 1632 dazu. Eine Inschrift über dem Schlosstor erinnert daran.

Franz III. Nadasdy wechselte dann wieder zum katholischen Glauben über. In dieser Zeit galt, dass die Untertanen den Glauben ihrer Grundherren annehmen mussten. ("Cuius regio, eius religio") Franz schloss sich einer Verschwörung gegen Kaiser Leopold an; dies wurde aufgedeckt und er deswegen zu Tode verurteilt und hingerichtet. Seine Güter fielen an den Kaiser zurück. Kaiser Leopold bot die Güter dem Schwager des Hingerichteten, Graf Paul Esterhazy, um 200.000 Gulden an. Der Kaufvertrag wurde 1676 geschlossen.

Im Juni 1681 war für Deutschkreutz ein großer Tag: Kaiser Leopold I. kam zu Besuch und gastierte im Schloss.

Schloss Deutschkreutz heute

Graf Paul Esterhazy ließ von seinem neuen Besitz gleich eine Bestandsaufnahme machen. Zum Schloss gehörten damals: ein Lust-, Zier- und Küchengarten; im Garten befanden sich ein Brunnen, ein großer Meierhof, dahinter Küche und Keller, ein langer Meierstall, eine Hofschmiede, Zimmer für den Stallmeister, ein Reitstall, ein Gartenhaus, ein Kalk- und Ziegelofen, 3 Schlossteiche,..... und natürlich Hofweingärten!

Allerdings hielten sich die späteren Fürsten Esterhazy nicht oft im Schloss in Deutschkreutz auf, sondern bevorzugten ihre anderen Besitzungen, wodurch die Bedeutung des Schlosses immer mehr abnahm, bis es schließlich das Zentrum eines riesigen landwirtschaftlichen Gutes wurde und dies bis zum Zweiten Weltkrieg blieb.

1945 - 1955, während der russischen Besatzungszeit (nach dem 2. Weltkrieg), wurde der Esterhazysche Grundbesitz von den Sowjets verwaltet, das Schloss zu einer Kaserne. Dabei wurde die Innenausstattung schwer beschädigt, die Kapelle total zerstört.

Am 15. Februar 1957 wurde in der Gemeinderatssitzung über den Ankauf des Schlosses diskutiert. Die Esterhazysche Güterdirektion überließ der Gemeinde das Schloss um 650.000 Schilling.

1966 erwarb Professor Anton Lehmden das Schloss, das damit vor dem Verfall gerettet und mit viel Kunstverständnis renoviert wurde und wird.

Weblinks

Quellen

  • Schneller Mag., Franz: Deutschkreutz. Marktgemeinde Deutschkreutz, 1995
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