Carpoforo Tencalla (1623-1685)

Wechseln zu: Navigation, Suche

Leistungen

Carpoforo Tencalla wurde am 10. September 1623 in Bissone am Luganersee geboren.

In seiner frühen Künstlertätigkeit in Italien schuf er ein Deckengemälde im Palazzo des Marchese Terzi in Bergamo.

1659 wurde er laut Sandrart vom Prälaten nach Stift Lambach (OÖ) berufen, wo er die Wandfresken im Presbyterium der Stiftskirche schuf. 1660/61 schmückte er den Festsaal und auch die Rats- und Tafelstube des Palais der Grafen von Abensperg und Traun.

Zwischen ca. 1662 bis 1665 war er wieder in Italien. In dieser Zeit malte er die Deckengemälde über dem Altar in der Kirche San Giacomo in Bergamo, und 1664 ein Fresko für den Palazzo Solza (heute im Seminario Nuovo in Bergamo).

Zwischen 1665 und1667 ist er im neu erbauten Leopoldinischen Trakt der Hofburg in Wien mit der Ausmalung von Zimmern beschäftigt, die sich nicht erhalten hat, und 1667 wird er als Hofmaler der Kaiserinwitwe Eleonora von Mantua bezeichnet.

Von 1666 bis 1677 stattete er das Schloss Petronell (NÖ) des Grafen Ernst III. von Abensperg-Traun mit Fresken aus, von denen jedoch nach einem Brand 1683 nur mehr die Malereien der Festsaalwände, die Freskenausstatung des südlichen Nebenraumes der sala terrena und ein Freskenfeld in der Schlosskapelle erhalten sind. 1669 wird er vom Abt des Stiftes Heiligenkreuz für Fresken in der neuen Sakristei bezahlt, die 1683 durch einen Brand zerstört wuden.

In dieser Zeit, um 1668/69 stattet er auch die damalige Jesuitenkirche am Hof "Zu den neun Engelschören" mit Fresken aus.

Passauer Dom

1670 signiert er die Fresken des Festsaales und der Schlosskapelle von Schloss Trautenfels in der Steiermark; um diese Zeit ist er auch mit der Freskierung des Festsaales (Haydnsaal) im Schloss des Fürsten Esterházy in Eisenstadt (Burgenland) beschäftigt. Dann folgte wieder ein Auftrag des Hofes zur Ausstattung der Hofburgkapelle in Wien, und um 1675/76 freskierte er das Presbyterium und die Querschiffarme der Dominikanerkirche in Wien.

Ungefähr gleichzeitig steht er im Dienst des Bischof Karl von Liechtenstein-Castelkron und stattet dessen Residenz in Olmütz (1750 durch Brand zerstört), sowie sein Residenzschloß (1752 durch Brand zerstört) und die Gartenrotunde in Kremsier mit Fresken aus.

Seine Tätigkeit in Mähren und in der Slowakei umfasst desweiteren die Freskierung des Schlosses Namiest nad Oslava und auch die Fresken der Burg und der Burgkapelle Bibersburg 1674/75 in der Slowakei werden ihm zugeschrieben, die im Besitz des Grafen Palffy stand, der sie ab 1648 zu einer barocken Residenz umbauen und ausstatten ließ.

Ab 1679 stattete er den Chor, die Kuppeln und zwei Seitenkapellen des Passauer Doms in Bayern mit Fresken aus, die er durch seinen Tod 1684 unvollendet lassen musste und die von Matthias Rauchmiller (1645 - 1686) und seinem Schwiegersohn Carlo Antonio Bussi (ca. 1648-1690) zu Ende geführt wurden.

Noch in seinem Todesjahr 1684 nimmt er Antonio Galliardi als seinen Schüler auf, bevor er 1684 nach Bissone zurückkehrt, wo er noch vor seinem Tod einen Teil des Chores der Pfarrkirche von Bissone mit Fresken ausstattete, die ebenfalls von C.A. Bussi vollendet wurden.

Arbeiten für Esterházy

Im Schloss Eisenstadt der Familie Esterházy hat Carpoforo in der Zeit von 1665 bis 1671 die Fresken des Festsaales (Haydnsaal) gemalt. Dargestellt sind figurale Szenen aus der antiken Mythologie.

Weblinks

Powered by MediaWiki